Foto: Kanzlei Germer (Nathert)
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Muss guter Rat teuer sein?

In vielen Bereichen des täglichen Lebens kann anwaltlicher Rat bares Geld wert sein. Da zahlt der Vermieter die Kaution nicht zurück. Da kündigt der Arbeitgeber, obwohl man der Firma langjährig gute Dienste geleistet hat. Da erhält man keine oder nur geringe Leistungen von der Arbeitsagentur und versteht den Bescheid einfach nicht.

Viele Menschen scheuen jedoch den Weg zum Anwalt, obwohl ihnen die rechtliche Beratung von großem Nutzen sein könnte. Die Angst, dass der Besuch beim Anwalt hohe Kosten mit sich bringt, ist groß, denn die Rechtsschutzversicherung, die man schon lange abschließen wollte, hat man wieder auf das nächste Jahr verschoben. Also hofft man, dass alles auch ohne Anwalt schon irgendwie gut geht. Dadurch werden Chancen verpasst und finanzielle Nachteile in Kauf genommen.

Dabei gibt es auch und gerade für Personen und Familien mit geringem Einkommen die Möglichkeit, sich kompetent anwaltlich beraten und vertreten zu lassen. Die Kosten übernimmt in diesen Fällen der Staat.

Der Anwalt rechnet seine Tätigkeit im Rahmen der Beratungshilfe bei der Staatskasse ab, solange kein gerichtliches Verfahren anhängig ist. Der finanziell schwache Mandant bezahlt lediglich 10,- € Beratungshilfegebühr. Und selbst diese kann der Anwalt in Einzelfällen erlassen. Die Beratungshilfe gilt übrigens auch für die außergerichtliche Schuldenbereinigung, um später im Rahmen des Verbraucherinsolvenzverfahrens die Restschuldbefreiung zu erlangen. Diese Alternative zu den oft überlaufenen Schuldner- und Insolvenzberatungsstellen ist vielen Betroffenen nicht bekannt.

In gerichtlichen Verfahren gewährt der Staat bei Klagen mit einer gewissen Erfolgsaussicht Prozesskostenhilfe. Diese umfasst sowohl die eigenen Anwaltskosten als auch die anfallenden Gerichtskosten. Sieht man aufgrund geringer Erfolgsaussichten von einer Klage ab, bleibt es bei der außergerichtlichen Tätigkeit, die über die Beratungshilfe abgerechnet wird.

(12.11.2007)

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